Opfer von Gewalttaten im Verfahren nach dem Opferentschädigungsgesetz

Author:

Franke Stefanie12,Kalweit Christine3,Frey Annelene3,Heddergott Hanna3,Mitschke Astrid-Christine2,Wehrmeyer Matthias4,Heinrichs Nina3,Kröger Christoph35

Affiliation:

1. Abteilung 10 Landesversorgungsamt, Ref. 104 Ärztlicher Dienst, Regierungspräsidium Stuttgart

2. Trauma-Netzwerk Niedersachsen, Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Außenstelle Braunschweig

3. Abteilung für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Diagnostik, Psychotherapieambulanz, Technische Universität Braunschweig

4. Landesversorgungsamt, Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie, Hauptstelle Hildesheim

5. Institut für Psychologie, Universität Hildesheim

Abstract

Zusammenfassung Ziel der Studie Bei Opfern von Gewalttaten spielt die Bewältigung des psychischen Traumas oft eine zentrale Rolle. Das Opferentschädigungsgesetz (OEG) sieht Leistungen zur Wiederherstellung der Teilhabefähigkeit vor. Um die Versorgung Betroffener weiter zu verbessern, wurden Charakteristika der Opfer in Abhängigkeit von Taten und Tätern ermittelt. Methodik Anhand eines Kategoriensystems wurden aus 312 OEG-Akten Erwachsener demografische Angaben, traumaspezifische und gesundheitliche Merkmale der Opfer, relevante Merkmale der Täter, der Gewalt sowie Prädiktoren der Zeitdifferenz zwischen Tat und Antragstellung erfasst. Ergebnisse Zumeist waren Frauen betroffen (71%). Bei 49% der Betroffenen lagen körperliche, bei 87% psychische Schädigungsfolgen vor (davon bei 64% eine posttraumatische Belastungsstörung). 55% der Gewalttaten waren Sexualdelikte, 47% Körperverletzung, bei 44% lag zusätzlich psychische Misshandlung vor. Die Täter kamen häufig aus dem Umfeld des Opfers. 42% der Delikte betrafen häusliche Gewalt. Die Zeitdauer zwischen der Schädigung und OEG-Antragstellung variierte zwischen 0 und 52 Jahren (M=7,81, SD=12,48). 50% der Anträge wurden innerhalb eines Jahres und weitere 15,2% innerhalb von 5 Jahren gestellt. Bei 34,3% betrug die Zeitdauer über 5 Jahre. Bei seriellen bzw. schweren Traumatisierungen, Depression und enger Beziehung zwischen Opfer und Täter wurde die gesetzlich vorgesehene Hilfe erst spät in Anspruch genommen. Schlussfolgerung Viele Opfer von Gewalttaten sind psychisch traumatisiert. Um zu verhindern, dass sich Traumafolgen als dauerhafte Gesundheitsstörungen verfestigen, sollte das Angebot frühzeitiger professioneller evidenzbasierter Akuttherapie (z. B. in Trauma-Ambulanzen) weiter optimiert werden.

Publisher

Georg Thieme Verlag KG

Subject

Psychiatry and Mental health,Applied Psychology,Clinical Psychology

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