Affiliation:
1. Institut für Angewandte Pflegewissenschaft, OST St. Gallen, Schweiz
Abstract
Zusammenfassung: Hintergrund: Unerträgliche Leidenszustände können einen frühzeitigen Sterbewunsch hervorrufen. Freiwilliger Verzicht auf Nahrung und Flüssigkeit (FVNF) ist ein möglicher Weg, um den Sterbewunsch autonom zu realisieren. Angehörige nehmen bei der FVNF-Begleitung eine bedeutsame Rolle ein. Bisher ist unklar, wie sie den Begleitungsprozess erleben. Ziel: Die Arbeit zielt darauf ab, Erfahrungen der begleitenden Angehörigen systematisch zu erfassen. Methode: Im Rahmen eines integrativen Reviews fand eine Literaturrecherche in den Datenbanken MEDLINE®, CINAHL® und PsychINFO® statt, ebenso eine ergänzende Recherche. Die Selektion basierte auf definierten Ein- und Ausschlusskriterien. Die Synthese erfolgte anhand eines themenbezogenen Modells. Ergebnisse: Aus den vier eingeschlossenen Studien ging hervor, dass die begleitenden Angehörigen den Sterbewunsch akzeptierten. Bis zum Tod der sterbewilligen Person verteidigten sie verantwortungsvoll und anwaltschaftlich die Realisierung dieses Wunsches. Infolge ihres fürsorglichen Engagements vernachlässigten sie ihre eigenen Bedürfnisse. Die Mehrheit der Angehörigen bewerteten die Begleitung als friedlich und würdevoll. Schlussfolgerung: Die Begleitung im FVNF-Prozess stellt für die Angehörigen eine emotionale Gratwanderung mit ungewohnten Herausforderungen dar. Die Ergebnisse können zu einem vertieften Verständnis der Angehörigenbedürfnisse beitragen und die Ableitung passender Unterstützungsangebote anregen.