Affiliation:
1. Universitäts-Augenklinik Heidelberg, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Heidelberg,
Deutschland
Abstract
Zusammenfassung
Hintergrund Der Keratokonus ist eine bilaterale, asymmetrische Erkrankung. In seltenen Fällen zeigen Keratokonus-Patienten keinerlei tomografische Auffälligkeiten am Partnerauge. Das
Ziel der Studie war die Analyse der Biomechanik von tomografisch regelrechten Partneraugen bei Patienten mit stark asymmetrischer Ektasie.
Material und Methoden In dieser retrospektiven, konsekutiven Fallserie wurden 916 Augen von 458 Keratokonus-Patienten untersucht, die sich im Zeitraum von 2 Jahren in unserer
Keratokonus-Sprechstunde vorstellten. Insgesamt zeigten hiervon 34 Patienten (7,4%) keine klinischen oder tomografischen Zeichen für einen Keratokonus am Partnerauge. Die
Untersuchungsparameter dieser Patienten waren der bestkorrigierte Fernvisus (BCVA, Best-corrected Visual Acuity), die tomografische Analyse mittels Scheimpflug-Bildgebung (Pentacam AXL,
Oculus, Wetzlar, Deutschland) und die biomechanische Analyse mittels Corvis ST (Oculus, Wetzlar, Deutschland). Mittels Tomografie wurden die anteriore und die posteriore Hornhautkurvatur,
der K-Max, die dünnste Hornhautdicke (TCT), das Belin/Ambrosio Deviation Display (BAD-D) sowie das ABCD-Grading untersucht. Die Biomechanik wurde mit dem Corvis Biomechanischen Index (CBI)
und dem Tomografischen Biomechanischen Index (TBI) analysiert.
Ergebnisse Der mittlere BCVA war − 0,02 ± 0,13 logMAR. Der mittlere K-Max betrug 43,87 ± 1,21 dpt, die mittlere TCT 532 ± 23 µm, und der mittlere BAD-D 1,02 ± 0,43. Der mittlere CBI
war 0,28 ± 0,26. Regelrechte CBI-Werte zeigten sich in 47%. Der mittlere TBI lag bei 0,34 ± 0,30. Nur 13 Patienten zeigten einen unauffälligen TBI (38%) und bei nur 7 Patienten (21%) waren
sowohl CBI als auch TBI regelrecht. Der CBI zeigte eine Sensitivität von 53% und der TBI eine Sensitivität von 62%, den Keratokonus in einem tomografisch unauffälligen
Keratokonus-Partnerauge zu detektieren.
Schlussfolgerung Selten zeigt sich bei Keratokonus-Patienten ein sehr asymmetrischer Befund, mit klinisch und tomografisch regelrechtem Partnerauge. In diesem Fall lohnt sich eine
biomechanische Analyse, um den Keratokonus auf diesem Wege zu erkennen und zu kontrollieren. Der TBI war hierbei am sensitivsten, um erste Auffälligkeiten nachzuweisen.
Cited by
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