Affiliation:
1. Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinik Halle
Abstract
ZusammenfassungDie unklare Epiphora im Kindesalter gehört zu den häufigsten kinderophthalmologischen Fragestellungen. Eine konnatale Dakryostenose (KDS) stellt hierfür die wichtigste Differenzialdiagnose dar. In den meisten Fällen liegt eine persistierende Hasner-Membran ursächlich zugrunde. Da sich Komplikationen einstellen können, ist eine Therapie anzustreben. Therapeutisch können konservative von invasiven Vorgehensweisen unterschieden werden. Da gerade innerhalb des 1. Lebensjahrs mit einer hohen Spontanheilungsrate zu rechnen ist, muss die Indikation für chirurgische Interventionen in diesem Lebensabschnitt sorgfältig gestellt werden. Konservative Maßnahmen wie die digitale Kompression des Tränensacks sollten bei jeglichem Verdacht für eine KDS angewandt werden. Komplikationen wie akute Dakryozystitiden und rezidivierend aszendierende Infektionen rechtfertigen eine invasive Therapie. Ferner scheint die KDS einen amblyogenen Risikofaktor darzustellen. Neben der Sondierung und Überdruckspülung besteht die Möglichkeit, die ableitenden Tränenwege vorübergehend mit Silikonstützmaterialien zu schienen. Als weitere transkanalikuläre Zugänge eignen sich die Dakryoendoskopie und die Ballondakryoplastik. Die Dakryozystorhinostomie bleibt besonderen Indikationen vorbehalten. Sie zeichnet sich dennoch durch eine niedrige Komplikationsrate aus und führt in über 90 % zur Heilung. Die verfügbaren Therapieansätze lassen sich in einem Stufenkonzept integrieren. Dieses unterliegt zahlreichen Einflussfaktoren, weshalb es individuell ausgelegt werden muss.
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