Affiliation:
1. Kleintierspezialisten, Dres. Schmerbach & Höpfner GmbH,
Berlin
Abstract
Zusammenfassung
Gegenstand und Ziel Ziel der Studie war die Darstellung des Signalements,
der klinischen Merkmale und echokardiographischen Ergebnisse von Katzen, die
wegen eines persistierenden Ductus arteriosus (PDA) behandelt wurden sowie der
kurz- bis mittelfristigen Ergebnisse nach erfolgreicher Ligatur des PDA.
Material und Methoden Die Studie ist eine retrospektive Untersuchung von
17 Katzen mit einem PDA über einen Zeitraum von 10 Jahren. Die Diagnosestellung
PDA erfolgte mittels transthorakaler Echokardiografie. Es wurden 13 Katzen
chirurgisch mittels Thorakotomie und Ligatur des PDA versorgt.
Ergebnisse Bei allen Katzen wurde ein Herzgeräusch festgestellt, welches
sich größtenteils mit einer Lautstärke von Grad 4 bis 6 zeigte (15/17 Katzen;
88,2%). Ein kontinuierliches Herzgeräusch trat häufiger auf (10/17 Katzen;
58,9%) als ein systolisches (7/17 Katzen; 41,1%). Echokardiografisch zeigten
sich bei der Mehrheit der Katzen der linksventrikuläre enddiastolische
Durchmesser (LVIDd) sowie der linksventrikuläre endsystolische Durchmesser
(LVIDs) deutlich über den Referenzwerten. Der Durchmesser des PDA (gemessen an
der breitesten Stelle des Gefäßes) lag im Mittel bei 3,4 mm±1,08 mm und die
mediane maximale Durchflussgeschwindigkeit bei 5,06 m/sek (2,6m/sek–6,4m/sek).
Bei allen chirurgisch versorgten Katzen wurde die Operation erfolgreich
abgeschlossen und alle Katzen wurden nach anschließender stationärer Therapie
entlassen. Bei einer Katze kam es perioperativ zu einer Blutung aus dem PDA, die
gestillt werden konnte. Diese Katze zeigte postoperativ einen Restshunt, welcher
in einer Kontrollechokardiografie 3 Monate später nicht mehr dargestellt werden
konnte. Sechs Katzen konnten über einen längeren Zeitraum verfolgt werden.
Schlussfolgerungen Mit einer postoperativen Überlebensrate von 100% liegt
in dieser Studie eine sehr gute chirurgische Prognose vor.
Klinische Relevanz Die chirurgische Behandlung des PDA ist bei Tieren ohne
fortgeschrittene Herzveränderungen kurativ. Erste Hinweise kann die Auskultation
eines Herzgeräusches geben. Zwar ist die erste klinische Diagnostik mit der
Auskultation einfach und sollte bei jeder Erstvorstellung bereits im jungen
Alter erfolgen, jedoch muss bedacht werden, dass nicht jede Katze mit PDA ein
kontinuierliches Herzgeräusch zeigen muss. Hierbei sollten vor allem die
klinischen Symptome berücksichtigt werden.
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