Sektorenübergreifende Versorgungsverläufe von Patient*innen mit kolorektalem Karzinom in Sachsen-Anhalt

Author:

Beutner Katrin1ORCID,Medenwald Daniel23,Meyer Gabriele1

Affiliation:

1. Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), Germany

2. Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale), Germany

3. Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie, Universitätsklinikum Halle, Halle (Saale), Germany

Abstract

Zusammenfassung Einleitung Die kleinräumige Gesundheitsversorgung Sachsen-Anhalts wird als disparat beschrieben, da sich Regionen mit guter Versorgungsstruktur und zunehmend unterversorgte Regionen gegenüberstehen. Defizite beim sektorenübergreifenden Therapiemanagement gefährden die poststationäre Versorgung in ländlichen Gebieten. Ziel der Arbeit war es, anhand von GKV-Routinedaten beispielhaft für Patient*innen mit kolorektalem Karzinom sektorenübergreifend die Versorgungssituation in Sachsen-Anhalt über den Zeitraum von Diagnosestellung bis zu einem Jahr poststationär zu analysieren und zu prüfen, ob Versorgungsunterschiede zwischen Versicherten aus städtischen und ländlichen Regionen auszumachen sind. Methoden Die Studienpopulation umfasst 13.218 Versicherte der AOK Sachsen-Anhalt mit kolorektalem Karzinom der Jahre 2010–2014. Die abgerechneten Versorgungsleistungen von Krankenhäusern und ambulanten Ärzt*innen wurden in Bezug auf den Wohnort (Stadt oder Land) der betroffenen Patient*innen betrachtet. Die Ermittlung der Überlebenszeiten erfolgte nach Kaplan & Meier und die Analyse erklärender Variablen auf das Überleben mittels Regressionsanalyse nach dem Cox-Proportional-Hazards-Model. Ergebnisse Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen wurden bei den involvierten Facharztgruppen im ambulanten Bereich sowie bei der Versorgung in Darmkrebszentren deutlich. Der Anteil der Versicherten mit onkologischen Zusatztherapien war sehr gering, sodass nur in Ansätzen von leitliniengerechter Therapie ausgegangen wird. Die Analyse offenbarte einen signifikanten Überlebensvorteil für Versicherte aus der Großstadt im Vergleich zu Versicherten aus ländlichen Regionen, wofür v. a. eine frühere Diagnosestellung, ein jüngeres Alter, weniger Komorbiditäten und eine adäquatere Krebstherapie ursächlich sind. Schlussfolgerung Es bedarf einer Optimierung der Versorgungsstrukturen und -prozesse, die eine frühe Diagnosestellung und barrierefreie Inanspruchnahme adäquater Therapien ermöglicht.

Publisher

Georg Thieme Verlag KG

Subject

Public Health, Environmental and Occupational Health

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