Verdacht auf artifizielle Störung – Automutilation im chirurgischen Alltag erkennen

Author:

Steubing Yonca1,Goertz Ole2,Lehnhardt Marcus1

Affiliation:

1. Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum, Abteilung für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum, Sarkomzentrum: Prof. Dr. Marcus Lehnhardt

2. Martin-Luther-Krankenhaus Berlin, Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Tumorchirurgie, Handchirurgie: Prof. Dr. Ole Goertz

Abstract

Zusammenfassung Hintergrund Im Rahmen artifizieller Störungen werden Symptome oder Krankheiten künstlich erzeugt, verstärkt oder vorgetäuscht, was in Folge zu schwerwiegenden körperlichen Schäden und erheblichem Missbrauch medizinischer Ressourcen führen kann. Die klinische Symptomatik ist gekennzeichnet durch protrahierte Krankheitsverläufe mit häufigen Klinikwechseln und multiplen invasiven Eingriffen aufgrund von ungewöhnlichen, meist chronischen Befunden. Differenzierte Symptomdarstellungen, fehlende Kenntnis der Krankheitsmerkmale und der schnelllebige Klinikalltag können zur Aufrechterhaltung der Erkrankung durch Nichterkennen oder Fehlbehandlung führen. Methode Anhand klinischer Falldarstellungen aus einer Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und auf Grundlage von selektiver Literaturrecherche soll ein Überblick über das Krankheitsbild der artifiziellen Störung und mögliche Handlungsstrategien gegeben werden. Ergebnisse Ergibt sich klinisch der Verdacht auf das Bestehen einer artifiziellen Störung, sollten invasive Therapien begrenzt und psychosomatische oder psychiatrische Expertise eingeholt werden. Im Rahmen einer empathischen Arzt-Patienten-Beziehung und psychotherapeutischer Begleitung können Betroffene sukzessive an die Diagnose und Therapie herangeführt werden und Behandlungsabbrüche vermieden werden. Schlussfolgerung Kenntnis über mögliche Indizien, die sich in der Anamnese, den Befunden und dem Verhalten der Patienten darstellen können, kann zur erfolgreichen Identifizierung und adäquaten Therapieeinleitung Betroffener führen. Dafür sollte die artifizielle Störung auch in primär somatischen Bereichen der Medizin in differenzialdiagnostische Überlegungen miteinbezogen werden. Da die Diagnose häufig auf Indizien basiert und durch vorenthaltene Informationen oder die ärztliche Schweigepflicht erschwert ist, könnte perspektivisch das Einführen eines zentralen Melderegisters zu einer schnelleren Diagnose und verbesserten Therapie führen

Publisher

Georg Thieme Verlag KG

Subject

Orthopedics and Sports Medicine,Surgery

Reference25 articles.

1. Artifizielle Störungen;H-P Kapfhammer;Nervenarzt,2017

2. Artifizielle Störungen;A Eckhardt-Henn;Psychotherapeut,2015

3. Selbstverletzendes Verhalten

4. Heimliche Selbstschädigung;H Willenberg;Psychotherapeut,2000

Cited by 2 articles. 订阅此论文施引文献 订阅此论文施引文献,注册后可以免费订阅5篇论文的施引文献,订阅后可以查看论文全部施引文献

1. Secretan’s Syndrome: It Is Time to Talk About It;Cureus;2024-06-18

2. Traumatologie und Unfallchirurgie;Depression, Angst und traumatischer Stress in der Chirurgie;2023

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