Affiliation:
1. Humboldt-Universität zu Berlin Institut für Sportwissenschaft Unter den Linden 6, 10099 Berlin Deutschland
Abstract
Zusammenfassung
Öffentliche Diskussionen über Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Vereinswesen in Deutschland und speziell auch das Sportvereinswesen werden derzeit breit geführt. Beispielsweise limitier(t)en physische Abstandsregeln und Kontaktbegrenzungen die Kernaktivitäten der Sportvereine im Hinblick auf die sportliche Praxis, aber auch weitergehende Geselligkeiten im Vereinsleben. Der Beitrag liefert eine empirische Momentaufnahme im Hinblick auf ausgewählte Strukturmerkmale des Sportvereins und vergleicht darüber hinaus die Sportvereine mit anderen freiwilligen Vereinigungen. Dabei konzentriert er sich auf die Frage, wie sich Mitgliedschaften, das ehrenamtliche und freiwillige Engagement der Mitglieder und deren Bindung an den Verein bis in den „zweiten Lockdown“ des Winters 2020/21 hinein verändert haben. Auf empirischer Ebene werden Datenanalysen einer Bevölkerungsbefragung in Deutschland präsentiert, die vom 14.12.2020 bis zum 06.01.2021 als repräsentative Online-Befragung von 3.247 Personen im Alter ab 18 Jahren durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Feld der freiwilligen Vereinigungen im Allgemeinen und speziell auch im Sportvereinswesen deutlich sichtbar sind. Das betrifft insbesondere die markanten Vereinsaustritte und deutlich geringeren Vereinseintritte von Personen im Erwachsenenalter. Zwar ist bei den Sportvereinen auch das ehrenamtliche und freiwillige Engagement der Mitglieder rückläufig, aber wesentlich stabiler als bei den Mitgliedschaften. Bemerkenswert ist, dass trotz der deutlich sichtbaren Einschränkungen des Vereinslebens (z. B. Vereinsangebote, Geselligkeiten, Mitgliederversammlungen) die Bindung der erwachsenen Vereinsmitglieder an die Sportvereine stark ausgeprägt ist.
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Cited by
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