Abstract
ZusammenfassungSchon die Vorrede zu den nachgelassenen Dramen Jacob Ayrers zeichnet ein recht genaues Bild von der dispositiven Wirkung Ayrerscher Dramatik, gleichwohl aus zeitgenössischer Perspektive und dient daher als Ausgangspunkt des vorliegenden Beitrags (1). Ayrers Dramen sind auf Lektüre angelegt – eine Lektüre, welche die Aufführungssituation mitzudenken hat und den Leser nicht nur zum Zuschauer eines imaginierten Theaterstückes macht, sondern auch zum Augenzeugen (historischen) Geschehens und Co-Produzenten von Geschichte. Die Abläufe der Projektion und Identifikation, in die der Rezipient involviert ist, lassen sich über den Begriff des ›Mediendispositivs‹ konzeptionell fassen (2). Die Verbindung von Historie mit literarischen Elementen zum einen und kulturellen Klischees zum anderen stört diese Imagination nicht (3). Sie befördert vielmehr den immersiven Effekt des medialen Dispositivs Drama, wie das Beispiel der Machumet-Tragedia zeigen soll (4). Der Aufsatz stellt so exemplarisch die Funktionsweise des ›Türkendramas‹ als Mediendispositiv vor, ein Dramentypus, dessen plurimediale Ästhetik an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert mit Ayrer zu einem Höhepunkt gelangt.
Publisher
Springer Science and Business Media LLC
Subject
Literature and Literary Theory,Linguistics and Language,Language and Linguistics
Cited by
1 articles.
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