Author:
Jahn Martin,Steinberg Holger
Abstract
ZusammenfassungPaul Ferdinand Schilder (1886–1940) blieb der Nachwelt insbesondere in Erinnerung als Psychoanalytiker und Psychotherapeut. Allerdings forschte er auch auf neurowissenschaftlichem Gebiet umfassend und innovativ, so gilt er z. B. als Erstbeschreiber der nach ihm benannten Schilder-Krankheit. Im Mittelpunkt der hier vorliegenden Studie steht das ebenfalls von ihm erstbeschriebene Störungsbild der Schmerzasymbolie, das heute eher wenig bekannt ist und als selten gilt. Dabei handelt es sich um eine zentral bedingte Beeinträchtigung des Schmerzerlebens, die charakterisiert ist durch das Fehlen negativ-emotionaler Wahrnehmungen. Basis für Schilders Entdeckung und differenzialdiagnostische Abgrenzung der Schmerzasymbolie war die ausführliche Untersuchung von elf Krankengeschichten zwischen 1928 und 1930. Seine diesbezüglichen Publikationen kennzeichnen Akribie, vorwärtsgewandtes Denken und kritische Selbstreflexion. Er ordnete die Schmerzasymbolie nosologisch den Agnosien zu und integrierte sie in das Konzept des Körperschemas, das zeitlebens ein zentrales Thema seines wissenschaftlichen Wirkens war. Dieser Artikel geht auch auf die Frage ein, inwieweit Schilders Annahmen noch heute gültig sind und welche Konsequenzen sich hieraus ergeben könnten.
Publisher
Springer Science and Business Media LLC
Subject
Anesthesiology and Pain Medicine,Neurology (clinical)
Reference46 articles.
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Cited by
1 articles.
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