Abstract
ZusammenfassungDas Internet hat sich neben verschiedenen – auch klinisch relevanten – Risiken mittlerweile als ein wichtiges Instrument in Prävention, Selbsthilfe, Beratung und sogar Therapie psychischer Erkrankungen etabliert. Eine derartige Verwendung des Internets im Kontext psychischer und psychosomatischer Erkrankungen wird unter dem Begriff E‑Mental Health zusammengefasst. Online-Anwendungen gehen längst über die Informationsvermittlung durch Gesundheitswebsites hinaus und bestehen zudem aus internetbasierten Interventionsangeboten, Apps, Computerspielen, Social Media-Anwendungen oder Online-Foren. Da evidenzbasierte Therapieverfahren wie Psychotherapie und Psychopharmaka nach wie vor nicht optimal von der Mehrzahl der depressiven Patient_innen in der Bevölkerung genutzt werden, wurden mittlerweile insbesondere für Depressionen und auch Angststörungen zahlreiche Online-Anwendungen zur Behandlung entwickelt und erfolgreich evaluiert. Im Gegensatz dazu werden Online-Anwendungen für suizidale Menschen – vor allem sogenannte „Suizid-Foren“ – medial meist sehr kritisch bewertet. Im folgenden Beitrag werden daher die verschiedenen Anwendungen im E‑Mental-Health Bereich für depressive und suizidale Menschen übersichtsartig vorgestellt und ihre Chancen aber auch Risiken anhand von Forschungsergebnissen kritisch eingeordnet.
Publisher
Springer Science and Business Media LLC