Affiliation:
1. Pflegedirektion – Pflegewissenschaft, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Deutschland
Abstract
Zusammenfassung. Hintergrund: Pflegerische Übergaben gelten als Hochrisiko-Tätigkeit, sind jedoch eine wichtige Ressource, um passgenaue Einblicke zu transportieren und Patient_innen in den Pflegeprozess zu involvieren. Im Rahmen eines umfassenderen Action Research Projektes wurde mittels eines partizipativen Ansatzes die patientennahe Übergabe implementiert. Zielsetzung: Für eine nachhaltige Veränderung erschien die Frage zentral, welche Faktoren Pflegende zur Veränderung der Übergabepraxis motivieren. Methoden: Es handelt sich um eine Evaluation im qualitativen Design. Es wurden fünf Erkundungsgespräche mit Pflegenden geführt. Ergebnisse: Herausforderungen sind Privatsphärenbedenken und der Umgang mit kognitiv eingeschränkten Patient_innen. Die Motivationen für eine patientennahe Übergabe sind, neben einem als wertvoll erlebten Patientenkontakt, eine weniger fehleranfällige Informationsweitergabe und ein präziseres Bild von den Patient_innen. Diskussion: Die Änderung der Übergabeform geht mit Veränderungen der Stationskultur einher. Die Herausforderungen, vor denen die Pflegenden stehen erfordern hohe kommunikative Kompetenzen zur Überbrückung. Der Hauptfaktor zur Präferenz der Übergabeform stellt die Wirkung auf die Patient_innen dar. Grenzen: Die Übertragbarkeit ist aufgrund des hohen Kontextbezuges eingeschränkt. Transfer: Mithilfe einer strukturierten Implementierungsstrategie können auch Rituale neu verortet werden. Die patientennahe Übergabe hat einen förderlichen Einfluss auf die Personenzentrierung.