Abstract
Zusammenfassung
Hintergrund und Ziel
Gesundheitsorganisationen mit den dort beschäftigten Gesundheitsprofessionen haben großen Einfluss auf die Förderung der Gesundheitskompetenz (GK) ihrer Adressat*innen. Die Studie untersucht, ob und wie Pflegefachpersonen (PFP) in der akutstationären Versorgung ihre Patient*innen beim Zugang, beim Verstehen, Beurteilen und Anwenden von Gesundheitsinformationen (Dimensionen der GK nach Sørensen et al.) unterstützen.
Studiendesign
Mittels teilnehmender Beobachtung und Ad-hoc-Interviews wurden 12 PFP über 4 h in 6 Krankenhäusern auf Stationen der inneren Medizin begleitet. Die Datenanalyse erfolgte mittels inhaltlich strukturierender Inhaltsanalyse.
Ergebnisse
Die PFP sind für Patient*innen eine wichtige Ressource im Zugang zu Gesundheitsinformationen in der akutstationären Versorgung. Auch wenn den meisten PFP das Konzept der GK nicht bekannt ist, fördern sie diese in unterschiedlicher Weise. Abhängig ist dies vom Ausmaß des individuellen, patientenzugewandten Verhaltens. Die Dimensionen „Zugang“ und „Verstehen“ werden häufiger unterstützt als die Dimensionen „Beurteilen“ und „Anwenden“.
Schlussfolgerung
Um die GK von Patient*innen in akutstationären Einrichtungen zu fördern, ist ein Verständnis für die Relevanz gesundheitskompetenzfördernder Maßnahmen bei Gesundheitsprofessionen entscheidend. Erforderlich sind Strukturen und Prozesse, die GK-förderndes Alltagshandeln der PFP ermöglichen. Gleichzeitig sollte das Thema GK in Aus‑, Fort- und Weiterbildung systematisch integriert werden.
Funder
Robert Bosch Stiftung
Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
Publisher
Springer Science and Business Media LLC