Author:
Machetanz Lena,Pommerehne Michael,Ege Gian,Kassar Madeleine,Habermeyer Elmar,Kirchebner Johannes
Abstract
ZusammenfassungDie forensische Psychiatrie hat ein Doppelmandat: Sie zielt nicht nur darauf ab, das individuelle Leiden eines Patienten oder einer Patientin zu lindern, sondern auch das Risiko von erneuten Gewalttaten aufgrund der Erkrankung zu reduzieren. Dabei stehen Fachpersonen oft vor der Herausforderung, mit schweren psychiatrischen Erkrankungen umzugehen, die auch auf intensive therapeutische Bemühungen nicht hinreichend ansprechen.In diesem Spannungsfeld liegt die Verantwortung darin, ärztliches Handeln an medizinischen und ethischen Prinzipien auszurichten und gleichzeitig gesetzlichen Vorgaben zu folgen. Anhand eines Fallbeispiels aus der Schweiz wird deutlich gemacht, wie diese Herausforderung konkret werden kann: Die Frage, ob ein psychisch kranker Mensch mit therapierefraktärer Schizophrenie und fehlenden Rehabilitationsperspektiven auch gegen seinen Willen einer Elektrokonvulsionstherapie unterzogen werden darf, wird aus medizinischer, ethischer und juristischer Perspektive beleuchtet.
Publisher
Springer Science and Business Media LLC
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